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falcon


Claudia Slanar

Eine orangerote Farbfläche mit einer nicht sofort zu dechiffrierenden Grafik, dazu elektronische Soundflächen auf Tonspur: falcon beginnt mit einem starren, visuell fesselnden Bild. Bald verändert sich dieses: die Frabe wechselt zu Rosa, über Weiss, Gelbgrün, zu Orange und Rot, parallel zum vibrierenden Soundtrack. Verschiedene Bildteile werden von diesen Farbmodulationen erfasst, wodurch sie in unterschiedlicher Intensität hervortreten. So wird erst nach und nach deutlich, dass das seltsame Zeichen das abstrahierte Bild einer Flugzeug-Kanzel darstellt: denn falcon bezeichnet im Englischen nicht nur einen Raubvogel, sondern auch die F-16, einen Kampfbomber.

Karø Goldts Vorlage dabei ist das reale Bild, eine Fotografie, die am Computer bearbeitet wird. Durch Reduktion und Abstraktion wird der zeichenhafte Charakter des Sujets verstärkt, gleichzeitig erinnert das Ergebnis an Röntgenbilder oder Thermographie und verweist so auf die bestehende Verwandschaft zu anderen bildproduzierenden Apparaten. Die Verwendung der Farbe, die teils die Bildfläche gleichmässig überzieht, teils zu den Rändern hin ausfranst, weckt Assoziationen mit einem anderem Medium: der Malerei, insbesondere mit dem "Colour Field Painting" und seinen Vertretern Mark Rothko und Barnett Newman. Auch in falcon wird Abstraction nicht als Geometrisierung begriffen, sondern als Hinwendung zum Farbraum und dessen transzendentaler Qualität. Diese Möglichkeit der Erfahrung wird durch den Sound verstärkt, der - wie in früheren Videos - von rashim in permanentem Austausch mit der Künstlerin entwickelt worden ist. Die Harmonie zwischen Bild- und Tonebene, sowie die bewusste Einbindung gestalerischer Referenzen an andere Bildmedien machen Karø Goldts Arbeit zu einer faszinierenden Position in der gegenwärtigen digitalen Videoproduktion.







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