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| mir mig men |
| Norbert Pfaffenbichler |
| Wie durch gefrorenen Nebel hindurch sind schemenhaft das Cockpit eines Kampfjets und Piloten in voller Montur zu erkennen. Durch das alles dominierende kalte Weiß hebt sich partiell und unscharf das Ockergrün der Uniformen und der Flugzeuge ab. Ein dumpfes Dröhnen und Knacksen auf der Tonspur verstärkt die bedohliche und befremdliche Wirkung dieser diffusen Eindrücke. |
| Ausgangsmaterial von "mir mig men" sind Fotografien, die Karø Goldt während einer Luftschau-Ausstellung geschossen hat. Diese eingefrorenen Momente, digital manipuliert und animiert zu einem "Fotofilm", ergeben ein weites Assoziationsfeld für alle möglichen Kriegs- und Katastrophenszenarien. Es ist als stünde man völlig ausserhalb der Zeit und werfe einen Blick durch ein angetautes Fenster auf verblasste Relikte einer gleichwohl absurden wie beängstigenden Vernichtungsmaschinerie. Die beklemmende atmosphärische Dichte der Szenerie ergibt sich gerade durch diese Experimente am Rande der Sichtbarkeit. |
| Ausgangsidee für diese neuerliche Kooperation der Foto- und Videokünstlerin Karø Goldt mit dem Duo RASHIM (Yasmina Haddad und Gina Hell) war es, nach einigen abstrakten Arbeiten, ein Video mit figurativem Ausgangsmaterial zu produzieren, das auf tradierten dramaturgischen Schemata beruht. Dabei treten sie mit diesem beunruhigendem Werk den Beweis an, daß sich mit Reduktion und gezielt eingesetzten Mitteln Wirkungen erzielen lassen, die an Intensität und Eindringlichkeit übliche Effekthascherei bei weitem übertreffen. |
| Petra Erdmann / SPRINGERIN 2/02 |
| "VideoVisions" (Auszug) |
| ......Während viele "VideoVisions"-Einreichungen durch ihre monotone bzw. reduzierte Farbauswahl auffielen, faszinierte "mir mig men" von Karø Goldt durch seine eigenwillige sanfte Farbkomposition. Goldt hat Fotos von Soldaten, die sie auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung "ILA 98" in Berlin aufgenommen hat, im Farbhandabzug manipuliert, eingescannt und anschliessend zu einem Video montiert. "Der Soldat als einzelner ist ein Phantom", meint Goldt, die über die Malerei und Fotografie zum bewegten Bild gekommen ist, "zumindest als Induviduum eher Symbolfiguer als Mensch". In "mir mig men" erscheint ein "Männerkult in der Sphäre der Kriegsführung" nur ausschnitthaft. Er gerät in die Unschärfe, über die sich blasse Farben legen. Cockpits, Uniformen, rasierte Köpfe, die mehr und mehr zu RASHIMS Sound im Weiß versinken...... |
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