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SLANT

portrait einer jungen frau

aussicht von einem treibenden floß


Marc Ries




In den drei Filmen ist das Bildfeld, als Menge an elektronischen Werten, stets das gleiche, Bewegung, also Veränderung, passiert wohl in ihm, nicht jedoch mit ihm oder zwischen ihm und einem nächsten. Alles vollzieht sich in dem einen Raum.
In dem Falle von "SLANT" ist dieser Vollzug beinahe pastoral. Die beiden Grundwerte des Ausgangsbildes, zwei rote Streifen und ein sie tragendes helles Weiß, zeigen lange Zeit nur sich selber, dazu ertönt passionshaft mehrstimmiger Gesang. Langsam verändern sich die Stelen, das Feld öffnet sich, unmerklich verschieben sich die Farbflächen, treten in neue Verteilungen, entwickeln andere Kombinationen, die, ohne Schnitte und Pausen, sich wieder auflösen und andere Figurationen eingehen. Der Titel verweist auf kein Aussen, es ist, als ob die dort genannte "schräge" bzw. der "Blickwinkel" tatsächlich nur auf sich selbst Bezug nehmen wollen.


Anders "portrait einer jungen frau". Im Bild ist ein weiterer Rahmen eingezogen, so, dass sich die vertikalen Farbmuster eng zueinander verhalten, sich preziös miteinander bewegen können, Zwischenräume gibt es keine. Was sich nun im Gleichlang einer akustischen Gitarre vollzieht, ist eine Art Affektenlehre des weiblichen Körpers, vermittelt über Farbe und ihre vital changierenden Werte im Aufbau einer organischen Form. Irgendwann bricht plötzlich ein Rot aus dem Raster und droht alles zu überwältigen. Gleichbleiben und doch anderswerden.


"aussicht von einem treibenden floss" komponiert das Bild aus horizontalen Streifen (Skyline), die zunächst auch einen Horizont im unteren Bereich ausbilden, dann aber in flirrenden Wechseln, stetigen Vibrationen das gesamte Feld füllen. Diesmalsind es eher die Linien, die sich bewegen, denn die Farben. Das Ausserhalb des Bildes durchlebt Tages- und Nachtrythmen, die auch dem Bild eine Strukturierung ermöglichen.Die gebrochene, aufgerissene Melodie treibt das Visuelle weiter, der Kontrast provoziert beinahe einen fröhlichen Blick. Der Ort des Bildes ist ein offener.